„Chorfest der Volkslieder“ im hr-fernsehen

4. Oktober 2011, 18:00 Uhr | Von einem Mitglied des LJC

Wer träumt nicht davon, sich einmal selbst im Fernsehen zu sehen? Einmal hinter die Kulissen einer größeren TV-Produktion zu schauen? Als der Hessische Rundfunk Anfang 2011 in der hessischen Chorszene nach sehr guten Chören für ein TV-Event suchte, zögerte der Landesjugendchor Hessen daher nicht lange und erklärte sich bereit, dabei mitzumachen. Dass es mit einem einfachen Auftritt oder einem kleinen Konzert dabei nicht getan sein würde, wurde uns dann recht schnell bewusst, als wir den ausführlichen Zeitplan des Projektes kennen lernten. Aber mal von vorne.

Das Projekt heißt „Chorfest der Volkslieder“, ein Titel der uns nicht sofort überzeugt hat, da die wenigsten Sänger unseres Chores sich gerne mit eher altertümlich wirkenden Volksliedern identifizieren. Erklärtes Ziel des HR und des Hessischen Sängerbundes war es dabei, den Zuschauern Volkslieder wieder schmackhafter zu machen, indem diese in ein modernes Gewand verpackt werden. Trotz des Themas waren wir natürlich sehr neugierig, was uns beim Fernsehen erwartet und wie dort gearbeitet wird. Genauso ging es sicher auch den anderen beteiligten Chören Soundhaufen Maulbach, Chor der Modellschule Obersberg, Harmonie Lindenholzhausen, Kinderchor St. Bonifatius Fulda, Frauenchor Horbach und dem HR-Kinderchor.

Nachdem wir bei einer unserer Proben Besuch von einem Aufnahmeleiter des HR hatten, der uns einmal anhören und uns von dem Projekt erzählen wollte, ging es im April so richtig los. In den heiligen Studios des Hessischen Rundfunks in Frankfurt wurden die Tonaufnahmen aufgenommen, die später in den Fernsehaufzeichnungen zu hören sind. Hier konnten wir schon einen ersten Eindruck davon bekommen, wie viel Technik im Hintergrund einer solchen Produktion verwendet wird. Außerdem wurde uns das erste Mal mitgeteilt, dass Eva Lind und Marc Marschall die Moderatoren unseres Konzerts im folgenden September sein würden. Die Begeisterung der Produzenten konnte dabei nicht ganz auf uns übergreifen, da die wenigsten mit den beiden Namen etwas anfangen konnten.

Anfang August wurde es dann wieder spannend. Die Außenaufnahmen standen an. Als Drehorte hat der HR das Schloss Auerbach und den Heppenheimer Bruchsee für uns ausgewählt. Während beim ersten Stück „Tanz mir nicht mit meiner Jungfer Käthen“ vier Tanzpaare zu unserem eingesungenen Playback das Tanzbein auf der Burgmauer des Schlosses Auerbach schwingen durften, schlug im zweiten Lied die große Stunde von Prinzessin Theresa und Prinz Daniel. Die beiden bildeten beim Lied „Es waren zwei Königskinder“ das traurige Prinzenpärchen, dessen nichtschwimmender Prinz im Wasser ertrinkt.

Im September kam dann das große Finale, in dem alles zusammen geführt wurde. In der Stadthalle Oberursel wurde ein Konzert aufgezeichnet, bei dem abwechselnd die Chöre auf der Bühne sangen und zwischendurch die aufgezeichneten Videos eingespielt wurden. Als wir bei der Probe das erste Mal den Saal betraten, waren wir doch sehr beeindruckt von der beeindruckenden Bühne und den vielen Kameras, die im ganzen Saal verteilt standen. Die Probe war außerdem nötig, um sich daran zu gewöhnen, als Chor zu einem eingespielten Playback zu singen. Denn die Aufnahmen wurden nicht live eingesungen. Außerdem sahen wir das erste Mal unsere Videos, so dass die selbstverständlichen Lacher über die eigenen Aufnahmen nicht erst beim Konzert auftraten. Ein sehr spannender Moment, der nur noch durch das erstmalige Sehen der gesamten Sendung am 3. Oktober übertroffen wurde.

Beim anschließenden Konzert war dann der komplette Saal mit Publikum gefüllt und der vorher einstudierte Ablaufplan wurde perfekt eingehalten. Eva Lind und Marc Marschall führten dabei ungewohnt locker durch das Programm, so dass das Publikum begeistert nach Hause fuhr. Vermutlich haben viele nicht einmal bemerkt, dass an diesem Abend nicht live gesungen wurde.

Der spannendste Moment war dann sicher der 3. Oktober, 20.15 Uhr. Primetime an einem Feiertag. Es gab sicher nicht viele unserer Sänger, die nicht bei einer selbst organisierten Chorfest-Party oder im Kreis ihrer Familie dem Ergebnis entgegen fieberten. Das ein oder andere Schamgefühl kam dabei sicherlich schon einmal hoch, aber alles in allem war es doch eine sehr spannende Geschichte, einmal bei einer großen TV-Produktion mitgewirkt zu haben, von der man noch lange erzählen kann. Das halbe Jahr Arbeit dahinter hat sich also sicher gelohnt.

Sollten Sie die Sendung verpasst haben, sie wird regelmäßig beim Hessischen Rundfunk wiederholt. Oder Sie warten auf das nächste Chorfest im HR, das vermutlich rund um Weihnachten 2012 ausgestrahlt wird.

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