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Wenn Hessen jodeln, geht's ans Herz

Mit jeder Faser für die Musik: Geistlich oder weltlich, der Landesjugendchor Hessen singt unter Leitung des Österreichers Franz Herzog so schön, dass es unter die Haut geht.

Als die jungen Leute die Hände wie Trichter um den Mund legen und es widerhallt, als stünden sie nicht in drei Reihen auf den Stufen der Schlosskirche, sondern hoch oben im Gebirge auf schwindelerregenden Felsen, wo das Echo wie von selbst entsteht, wird klar, was einen österreichischen Chorleiter von einem deutschen unterscheidet: Der traditionelle Jodler "Die Hasbacher", der alle Gefühle mal eben überwältigt. Den etwa vierzig Stimmen des Landesjugendchors Hessen - vom markigen Bass bis zum feinsten Sopran, von 16 bis 27 Jahre alt - gelingt das scheinbar spielend. Der Jodler geht unter die Haut.

Das sind Augenblicke, in denen jeder Zweifel an der angeblich aufs iPhone fixierten Jugend verschwindet; so präsent, wie sie in den schwarzen festlichen Roben und Anzügen mit Krawatte oder Fliege in Rot hier stehen, jede Faser der Musik gewidmet, die Augen auf den Chorleiter gerichtet und wie aus einem Munde.

Zwei Tage Klausur

Klassisch hatte es begonnen, an diesem schönen Sonntagnachmittag, dem Ende der zweitägigen Arbeitsphase des Chores in der Oberreifenberger Jugendherberge, die nun mit dem Abschlusskonzert gekrönt wird. Zwei Tage hatten die Sänger Zeit, das Programm mit dem Gastdirigenten Franz Herzog auszuarbeiten. Von ihrem Dirigenten Axel Pfeiffer waren sie bestens vorbereitet. Das "Kyrie eleison!" ertönt in allen Farben, so wie man sich einen Horizont vorstellt, der sich weithin spannt: die hellen Farben der jungen Frauen-, dazu die dunkleren Männerstimmen - immer wieder ein Silberstreif und dann in aller Ruhe. Einfühlsam lenkt Herzog, Chorleiter und Komponist aus Graz, als Gastdirigent die etwa 40 jungen Leute. "Wir haben ein österreichisches Programm", sagt er.

Das folgende "Gloria" stammt von ihm und beginnt emsig und hektisch wie eine Alltagsszene. Nicht einfach, die vielen Rhythmuswechsel, aber die Sänger lassen sich herausfordern, formen enorme Tongebilde, denen immer wieder Einzelstimmen entspringen. Das geistliche Liedgut endet mit dem "Heilig" des 1843 in Graz geborenen Heinrich von Herzogenberg.

Längst haben sich die Sänger in die Herzen des Publikums gesungen. Seit 2008 besteht der LJC-Hessen, in dem sich die besten Stimmen des Bundeslandes vereinen.

Gewaltige Töne

Der Genrewechsel ist ein Kleines. "The Tiger", nach einem Gedicht von William Blake erweist als spannungsgeladenes Stück dem Raubtier Reverenz. Herzog - hier auch Komponist - hat bemerkenswerte Soli eingeflochten und füttert die weltliche Musik mit geistlicher Note an. Dann ein Spiritual nur für die Männer, das vom Sprechgesang zum überbordenden Stimmvolumen gerät und seinen ungemeinen Reiz aus diesem Wechsel zieht. Die Frauen halten mit dem "Famine Song" über Hunger dagegen, bevor sich alle Stimmen zum "African Hosianna" vereinen. Gewaltig. Noch etwas fürs Herz: "Gernhaben tut gut".

Später singen sie, Arm in Arm, im Torbogen des Schlosses stehend, so innig "Angel" von Robby Williams, dass sich selbst die Fratze im Sandstein ein Lächeln abringt.

Martina Dreisbach

Mit freundlicher Genehmigung der Frankfurter Neuen Presse

 

Konzerte mit dem Landesjugendsinfonieorchester am 12., 13. und 18. Januar 2019

 

Konzert des Landesjugendchores Hessen am 30. Oktober 2016 in Bad Soden-Salmünster

20161103 Kinzigtal Nachrichten LJCH web

Quelle: Kinzigtal-Nachrichten, Donnerstag, 03.November 2016

 

Konzertreise des Landesjugendchores Hessen vom 21. – 28.06.2015 in die Aquitaine

Artikel Gießener Allg 17062015

Quelle: Gießener Allgemein, Mittwoch, 17. Juni 2015

 

Artikel Gießener Anz 16062015

Quelle: Gießener Anzeiger, Dienstag, 16. Juni 2015